Connectivity

Mein Auto kommt langsam in die Jahre. Abgeschrieben ist es sowieso schon einige Zeit und die fast 250.000 Kilometer haben Spuren hinterlassen. Am Lack sowieso (und das ist egal), aber auch an der Technik. Also muss in absehbarer Zeit ein neues Auto ran. Ich hoffe zwar, dass der Fori noch ein Jahr macht, aber so ganz sicher bin ich nicht und deshalb schaue ich schon mal, um eine Idee für was Neues zu bekommen.

Jetzt war ich bis gestern ein paar Tage in Urlaub und im Hotel lagen zig Autozeitschriften rum. Die habe ich auf der Sonnenliege so über die Tage alle mal durchgeblättert. Was haben sich die Autotests verändert. Früher waren Leistung, Fahrverhalten, Verbrauch etc. wichtig. Heute wird nur noch auf die sogenannte „Connectivity“ und die Vollständigkeit der Demenzsysteme Wert gelegt. Zu jedem Auto, das da vorgestellt wurde, haben die Schreiberlinge dazu ellenlang abgeschwafelt.

Und ich bin mittlerweile fast sicher, dass ich wegen diesem Mist keinen Neuwagen mehr will. Ich brauche diese ganzen Demenzsysteme wie Müdigkeitswarner, Spurassistent, Gurtwarner, Rückfahrpiepser nicht. Ich habe Autofahren gelernt und gebe das Hirn nicht beim Einsteigen in eine Karre ab. Bei dem unnützen Schrott gilt offensichtlich, dass die Technik den Verstand ersetzen soll. Oder dass die Automobilhersteller die Kunden für saudumme Idioten halten, die nur zum Melken gut sind.

Dann dieses elende Marketinggefassel von wegen Connectivity. Ich will ein Auto. Für den Rest habe ich das SmartPhone. Und die beiden Welten sollten aus Sicherheitsgründen so streng getrennt werden wie Nord- und Südkorea. Wenn ein SmartPhone zu der überwuchernden Elektronik eines Autos Kontakt bekommt, ist alles vorbei. Spionage, Sicherheitsprobleme, Zuverlässigkeitsprobleme, …

Wie gesagt – ich will das alles nicht. Vielleicht sollte ich doch einen gut erhaltenen Oldtimer als neuen Geschäftswagen nehmen.

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