Krass – was man mittlerweile alles preisgibt

Irgendwie bin ich ziemlich hin- und her gerissen zwischen dem Schutz meiner Privatsphäre und Datenschutz auf der einen Seite und der Notwendigkeit von Social Media Marketing auf der anderen Seite.

Ich bin ja massiv für Datenschutz und dafür, dass nur man selbst das Recht an den eigenen Daten hat. Auf der anderen Seite muss jemand mit meinem Job unbedingt im Netz zu finden sein. Ich schreibe seit jetzt 16 Jahren Computerbücher zu Internet-Themen und halte genauso lange Schulungen in dem Umfeld. Von daher war und bin ich an der vordersten Front im Web. Auch wenn ich mehr die technischen Seiten behandele und Web 2.0 als technische Entwicklung sehe, berühren mich die Entwicklungen im Userverhalten schon. Gerade mit meiner Ausrichtung kann ich mich Facebook, Google+, XING, LinkedIn, WKW oder was auch immer nicht verweigern. Blogs und Twitter schon gar nicht. Ich will und muss ja gefunden werden. Auch kann es nicht sein, dass meine Leser, Schulungsteilnehmer oder Studenten im Web mit Dingen umgehen, die wichtig sind und ich gar nicht kenne. Und ich muss die Entwicklungen erst Recht wegen meiner kritischen Einstellung von Innnen heraus beobachten, um ggf. zu wissen, wogegen ich agieren muss.

Nur bin ich gestern mal wieder fast vom Stuhl gefallen als ich in Google+ einer Lokalisierung mit einer App zugestimmt habe, obwohl ich sowas im Grunde schon wusste. Aber wenn es einen selbst betrifft, ist das eindrucksvoller. Ich bin von meinem Büro aus online gewesen und ohne dass ich eine Ortsangabe selbst eingetragen habe, wurde ich sowohl im Ort als auch der Straße!!! lokalisiert. Selbst wenn sich Google+ in der Hausnummer minimal geirrt hat (das Haus gegenüber wurde ermittelt – immerhin 8 Meter weg), bin ich richtig schockiert gewesen. Was bedeutet das konkret? Du bist grundsätzlich im Web bis in dein Wohnzimmer zu verfolgen. Schutzmaßnahmen im Browser sind in keiner Weise ausreichend. Hide-my-Ass ist wohl demnächst absolute Pflicht. Ich muss auf jeden Fall testen, ob die App mich dann immer noch so genau lokalisiert. Ich fasse es wirklich nicht.

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