Ich komme gerade von einem Norwegen-Urlaub zurück und da ist bargeldloses Bezahlen absolut usus. Das bringt auch Vorteile. Insbesondere im Fall von Norwegen, weil diese ja noch eine eigene Währung haben. Natürlich wird in Touristenzentren auch Euro und Bargeld akzeptiert, aber dennoch ist bargeldloses Bezahlen in so einer Situation bequemer. Aber ich habe komplett das Gefühl für meine Ausgaben verloren und kann überhaupt nicht abschätzen, wieviel Geld ich im Urlaub ausgegeben habe. Das ist rein pychologisch, aber eines der realen Probleme neben kompletter Überwachung und Abhängigkeit von Zahlungsdienstleistern, was ich auf der Rückfahrt noch zu spüren bekam.
Denn wir sind zum Kreuzfahrtterminal nach Hamburg mit der Bahn angereist. Die Hinfahrt war unerwartet problemlos und fast pünktlich, der Zug für die Rückfahrt wurde schon vor der Anreise gestrichen, was für uns insoweit nicht von Nachteil war, weil damit die Zugbindung aufgehoben wurde. Nur die Sitzplatzreservierung war in die Tonne geflogen. Aber da wir auf der Rückreise Just-in-Time am Hauptbahnhof in HH einen viel früheren Zug und auch Sitzplätze bekommen haben, war das kein echter Nachteil.
Das war sogar ein Schweitzer Zug. Alles bequemer, großzügiger und sauberer als bei der DB. So sollte es sein. Trotzdem war auch da nicht alles Gold, was glänzt. Die Anzeige der Sitzplatzreservierung war ausgefallen, die Bandansagen waren immer 2 Stationen zu spät und in der Lüneburger Heide stand der Zug erstmal wegen einer Weichenstörung.
Doch jetzt zurück zum Kernthema meines Posts. Ich habe im Bordrestaurant einen Kaffee geholt und wollte den bargeldlos bezahlen. Kreditkarte: ging nicht. EC-Karte: ging nicht. Kein Internet. Bargeld: ging nicht, weil man im Bordrestaurant keine Münzen zum Rausgeben und ich nur einen 10-EUR-Schein hatte. Nach ein paar Minuten war dann kurz Internet da und ich konnte bezahlen. Sowas geht gar nicht und zeigt die elende Abhängigkeit.
Und mir ist aufgefallen, dass beim Lesegerät Trinkgelder voreingestellt waren. Ab 5% in Prozentschritten. Nur ganz am Ende – versteckt – war die Option „Kein Trinkgeld“ zu finden. Das ist unverschämt und suggestiv. 5% wirken bereits armselig, obwohl das absolut ok wäre. Ich hatte diese fiesen Techniken bisher nur in Medien mitbekommen, aber in der Realität ist das wirklich unangenehm. Es wird Druck aufgebaut, dass man in jedem Fall Trinkgeld zu geben hat. So etwas gehört schlicht und einfach verboten. Trinkgeld gibt man für eine gute Leistung und das direkt an die Person, die das verdient hat. Das geht in jedem Fall nur bar. Auch damit diese das Trinkgeld überhaupt bekommt. Digitales Bezahlen im Alltag – kann man streiten, aber ist allgemein nichts für mich. Digitales Trinkgeld – no way.

