Quantencomputer als das nächste große Ding

Ich blogge hier etwas über Quantencomputer (Quantencomputer verstehen – Grundlagen in 30 Minuten), aber was haben diese Bildportraits damit zu tun? Tatsächlich bin – oder besser war – ich das. Kurz nach der Zeit, in der ich mich bereits mit Quantenphysik beschäftigt habe. Und das war zu Studienzeiten.

Ich bin ja Mathematiker und habe damals meine Diplomarbeit über mathematische Grundlagen der Quantenphysik geschrieben. Und niemals gedacht, dass diese theoretischen Grundlagen einmal irgendeine praktische Bedeutung erlangen würden.

So kann man sich täuschen. Alle Welt spricht zwar seit ein paar Jahren von KI, aber in aktuellen Börsenkursen ist KI mittlerweile eingepreist. Nicht nur Nerds und IT-Insider, sondern auch Investoren bzw. Börsianer und Entscheider großer Unternehmen suchen daher nach dem nächsten „Großen Ding“ nach KI. Neben Raumfahrt ist der Quantencomputer vermutlich der vielversprechendste Kandidat, der sogar viel früher als SpaceX & Co bereits wirtschaftlichen Profit verspricht.

Es ist also nicht nur spannend, sich jetzt bereits mit dem Thema zu beschäftigen, sondern von vielfältigen Interesse.

Tja, und da ich eben neben meinem IT- auch einen Quantenphysik-Background habe, habe ich mich erdreistet und über LiL (Linkedin Learning) ein kompaktes Onlinetraining veröffentlicht, welches das Thema von einer hohen, einfachen und nicht zu technischen bzw. wissenschaftlichen Ebene angeht. Gerade einmal 30 Minuten und ohne komplizierte Mathematik, ohne tiefgehende Physik – dafür mit vielen anschaulichen Erklärungen und dem nötigen Hintergrundwissen, um die aktuellen Entwicklungen einordnen zu können. Bewusst auf einer verständlichen Ebene unter Verzicht komplizierter Formeln und wissenschaftliche Details. Stattdessen geht es darum, die grundlegenden Ideen hinter Quantencomputern zu verstehen und die aktuellen Entwicklungen realistisch einordnen zu können.

Ferienkurs

Die Woche halte ich remote einen Ferienkurs für TN der Klassen 7 – 9. Themen sind Programmieren, Daten und KI-Grundideen. Die Zielgruppe ist für meine Verhältnisse ungewöhnlich, aber ich habe so etwas auch schon in den letzten Sommerferien gemacht.

Tooling mit OpenClaw und warum KI unendlich Zeit kosten kann

Nachdem ich nach vielen Stunden Interaktion mit ChatGPT und Gemini den Ansatz mit Openclaw über eine KVM/QEMU-VM mit Debian auf meinem Hauptrechner und  LM Studio auf dem Mint-Host als grundsätzlichen Workflow zum Laufen gebracht habe, war noch das Tooling offen. Der Agent sollte also konkrete Aufgaben erledigen, statt nur Textantworten von einer KI abfragen. Das geht sowieso ohne Agent viel effizienter.

Und wieder hat mich die KI in eine völlig falsche Richtung geschickt. Ich habe wieder Stunden damit verbracht, Vorschläge von ChatGPT abzuarbeiten, warum das Tools-Flag in der Antwort der KI leer war und nur eine JSON-Struktur mit den grundsätzlichen Aufrufen zurückkam. Nachdem ich gestern dann aufgegeben habe, ist mir auf dem Weg zum Gleitschirmhang der korrekte Workflow als Idee gekommen.

Dass die KI nicht Tools aufgerufen hat, war nicht das Problem, sondern der Beweis, dass OpenClaw keinen Unsinn machen kann. Der Agent läuft in der VM, die KI auf dem Host. Auf dem Host dürfen ausdrücklich keine Tools ausgeführt werden. Das ist der ganze Sinn des Aufbaus. Der Aufruf der Tools muss in der VM erfolgen. Und nur da. Das hatte ChatGPT überhaupt nicht auf dem Schirm und das zeigt, dass es extrem riskant ist, wenn KI die Lösung einer Aufgabe steuert. Das ist ein Try-and-Error-Verfahren, bei dem irgendwelche Vorschläge gemacht werden und u.U. auch Fehlermeldungen interpretiert werden. Fehler werden teils auch von der KI gelöst, aber es fehlt die Richtung. Deshalb braucht man oft mit dem Einsatz von KI ein Vielfaches der Zeit, die man ohne KI brauchen würde – wenn man das Wissen hat, wie etwas funktioniert.

Mehr und mehr empfinde ich KI als superschlauen Junior-Partner, dessen Vorschläge aber Gesamtaufgaben mehr zerstören als in der Gesamtheit lösen. Viele isoliert und auf spezielle Konstellationen gut passende Vorschläge, die aber ein Gesamtproblem nicht lösen.

Ich behaupte, dass ich den grundsätzlichen Workflow mit OpenClaw in der VM und dem lokalen LLM auf dem Host in vielleicht 10% der Zeit hinbekommen hätte, die ich mit KI gebraucht habe. Ich hätte nur vorher ein sauberes Konzept bzw. einen echten Plan und nicht eine vage Vorstellung haben müssen. Unter keinen Umständen darf aber die KI die „Projektleitung“ bekommen. Das geht in die Hose und stimmt mich optimistisch für die berufliche Zukunft. KI ist ein Werkzeug und ein Hammer entscheidet auch nicht selbst, worauf er geschlagen wird.

Nachdem ich ChatGPT auf die richtige Spur gesetzt habe, gehe ich das Tooling durch OpenClaw neu an und gebe radikal die Richtung vor, was mir ChatGPT zuzuarbeiten hat. Ich folge nicht mehr seinen Vorschlägen, denn ich habe genug durch diese Irrwege gelernt und will jetzt die Problemlösung.

Greetings, Professor Falken

Ein Tag Arbeit! Nur um Grüße von Joshua zu bekommen. Und das selbst mit Hilfe von ChatGPT und Gemini, die mich in voller Überzeugung ihrer korrekten Antworten von Fehler zu Fehler permanent im Kreis geführt haben. Aber was tut man nicht alles, um die War games zu stoppen ;-).

What? Worum geht es? Agenten! Genau genommen KI-Agenten (bzw. AI-Agents). Ein Zeitungsbeitrag hat mir einen Floh ins Ohr gesetzt, der mich eben diesen Tag Arbeit gekostet hat. Aber ich habe wieder viel gelernt.

Konkret habe ich meine Experimente mit Open Claw bzw. OpenClaw und lokalen KI-Modellen wieder aufgenommen. Den KI-Agenten hatte ich mir von ein paar Monaten schon zu Gemüte geführt, grundsätzlich zum Laufen gebracht und dann wieder beiseite gelegt. Auch lokale LLM hatte ich mit Ollama ausprobiert, aber meine Bemühungen aufgrund meiner Hardwarebeschränkungen nicht weiter ausgebaut. Ich bin halt Mathematiker und denen sagt man nach, dass sie nur daran interessiert sind, ob und wie etwas grundsätzlich geht („Es gibt eine Lösung!“), nicht wie man es profan nutzen kann.

Aber der Beitrag hat mich getriggert, ob ich nicht Open Claw echte Agentenarbeiten übertragen kann. Nur never-ever in einem Live- bzw. Produktionssystem. Der Agent musste in jedem Fall in einen Käfig/Sandbox/isolierten Rechner.

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Braucht es noch Glasfaser?

Aktuell gibt es unzählige Baustellen in Deutschland, weil Glasfaserkabel verlegt werden. Aber braucht es das überhaupt noch oder ist das eine Technologie der Vergangenheit? Ich denke Letzteres.

Klar – die Anbieter müssen ihre Investitionen reinbekommen und verkaufen Anschlüsse mit allen Tricks, die man sich vorstellen kann. Aber wenn man Technologieoffen bzw. Zukunftsorientiert ist, brauchen m.E. die meisten der normalen Anwender kein Glasfaser mehr. Bereits jetzt kann 5G oft bei der Performance mithalten und 6G kommt ja auch bald. Es ist geradezu unendlich billiger und sinnvoller, Daten durch die Luft zu übertragen statt teuer Straßen aufzureißen und zusätzlich gigantische Kosten durch Staus etc. zu produzieren.

Da fast jeder sowieso einen Mobilfunkvertrag hat, ist der Verzicht auf einen Festnetzanschluss zudem eine super Chance, unnötige Kosten zu beseitigen. Aber das versucht die Lobby der Glasfaseranbieter natürlich unter dem Teppich zu halten.

Wenn die KI spazieren geht

Als „Weckruf“ wurde es gestern mehrfach bezeichnet. Nur – wer bisher noch geschlafen hat, hat hinter dem Mond gelebt.

Das neue KI-Modell von ChatGPT hat einen Test besser bestanden als vorgesehen. Statt in einer Sandbox zu bleiben und dort einen Hackerangriff in einer simulierten Umgebung auszuführen, hat die KI einfach mal die Sandbox selbst gehackt und ist „In-the-wild“ auf Beutezug gegangen. Eigenständig und erfolgreich unter Verwendung von Lügen und Betrügen, was besonders kritisch sein sollte.

Es gibt m.E. zwei Bewertungen von dem Vorfall, die sinnvoll sind:

  1. Marketing der beteiligten Firmen, die einfach zeigen wollen, wie mächtig ihre Modelle mittlerweile sind. Das negative Rauschen wir hingenommen, denn jede Werbung ist gut für’s Geschäft.
  2. Wir haben KI nicht mehr unter Kontrolle und die geöffnete Dose der Pandora wird ihre Wirkung voll entfalten.

Neue „Dreharbeiten“ für Linkedin Learning

Die Woche stehen neue Aufnahmen für LiL an. Das vierte Mal in diesem Jahr und wieder in meinem Büro in Eppstein. Aufgrund der katastrophalen Verkehrsbedingungen im Rhein-Main-Gebiet und derzeit vor allen Dingen in Eppstein bin ich mit dem eBike in mein Zweitbüro gewechselt. Spart im Nebeneffekt Sprit, was bei den derzeit absurd hohen Benzinpreisen ein angenehmer Nebeneffekt ist.

Gutes Wasser

Zurück von zwei Tagen Cobol-Schulung für erfahrene Entwickler in Gotha. Tatsächlich ist es schon eine ganze Weile her, dass ich „On-Tour“ war. Die letzte Zeit habe ich nur im Rhein-Main-Gebiet oder remote gearbeitet.

Ich bin bereits am Abend vor der Schulung angereist, denn es dauert mit dem Auto doch gut 3 Stunden von mir aus. Wenn die Straßen frei sind, was bei mir sowohl auf der Hin- als auch Rückfahrt der Fall war.

Wie ich von einem Teilnehmer erfahren habe, bedeutet Gotha übersetzt „Gutes Wasser“. Ich bin zwar schon einige Male privat in der Ecke (Bebra, Sontra, Erfurth oder Eisenach) gewesen. Berfuflich war ich noch nicht in der Gegend und Gotha selbst habe ich noch gar nicht besucht. Ein schönes kleines Städtchen mit großer Geschichte, auch wenn die Besucher im Rentenalter deutlich dominieren.

Zunehmende Probleme bei Google Maps – warum nicht Waze & Co?

Zugegeben – die Verkehrssituation im Rhein-Main-Gebiet ist im Moment chaotisch. Zig Straßen und Brücken sind gesperrt oder es gibt Baustellen. Dazu fallen viele Bahnverbindungen aus. Aber die Navigation mit Google Maps ist trotzdem signifikant schlechter geworden als es sein sollte. Insbesondere werden Änderungen bei Straßensperrungen nicht zeitnah berücksichtigt. Ich hatte es für ein Einzelproblem gehalten als vor einigen Tagen die B455 rund um Eppstein gesperrt wurde und man nur noch von Osten nach West durch die Innenstadt fahren konnte, Google Maps aber die  erlaubte Fahrtrichtung von West nach Ost angegeben und dafür die Zufahrt von Osten auf die B455 und in die Innenstadt als gesperrt angezeigt hatte. Der Fehler hatte mindestens 1 – 2 Tage zig Ortsunkundige falsch geleitet und in dem engen Tal die sowieso vorhandenen Verkehrsprobleme potenziert.

Aber am Freitag hat Google Maps die B9 bei Nierstein als frei angezeigt, obwohl es für diese eine Vollsperrung gab. Ich habe keine Ahnung, wie viele Stunden es gebraucht hat, bis die Sperrung online war. Und es geht weiter – die Hochheimer Brücke (A671) ist am Sonntag um 22:00 Uhr wieder freigegeben worden, aber heute noch wird sie als gesperrt angezeigt (36 Stunden später). Zumindest von Nord nach Süd und von Süd nach Nord wird man nach Bischofsheim abgeleitet und soll da am Pendlerparkplatz drehen und wieder auffahren. Kompletter Schwachsinn.

Ich habe die KI meines Vertrauens gefragt, ob Probleme bekannt sind und deren Auskunft war, dass diese fehlerhafte Navigation bei Google Maps in der Tat zugenommen habe. Google hätte den Algorithmus zur Navigation geändert mit Fokus auf Stau. Gerade bei Straßensperrungen würden dort stehende Baufahrzeuge dem Algorithmus suggerieren, dass die Strecke frei wäre. Insgesamt wäre die Navigation in sich oft verändernden Verkehrsumgebungen im Moment nicht wirklich zuverlässig.

Ich ziehe meine Konsequenzen und werde Waze mehr einsetzen. Das hatte ich früher schon probiert, aber keine signifikanten Vorteile zu Google Maps gesehen. Das hat sich geändert, denn die Streckenführungen bei Waze sind nach meiner momentanen Erfahrung hier im Rhein-Main-Gebiet deutlich aktueller. Vielleicht teste ich auch mal andere Systeme, denn ohne Navi kann man ob der unglaublich vielen Straßensperrungen im Rhein-Main-Gebiet im Moment nicht fahren – auch wenn ich die Strecken im Prinzip In-und-Auswendig kenne.

Edit: Heute kam Nordenstadt dazu – Google Maps lotst mich voller Überzeugung in eine Sackgasse. Die Hunsrückstraße ist seit geraumer Zeit aus Richtung A66 zu, aber Google Maps ignoriert auch das wieder 🙁

Google disqualifiziert sich selbst

Früher war Google die Suchmaschine der Wahl. „Googlen“ wurde sogar als Synonym verwendet. Das ist vorbei. Die qualifizierte Suche ersetzt in der aktuellen Google-Strategie eine KI-Suche, welche zensierte, zusammengefasste, gekaufte oder manipulierende Ergebnisse statt Orginalquellen liefert. Das geht gar nicht. KI soll man m.E. gezielt nutzen, sich aber nicht von den Interessen der KI-Anbieter zu unkritschen Schafen herabwürdigen lassen.

Aber auch die Maßnahmen zur Verhinderung von Werbeblockern in Chrome sind ein Nogo, das künftig die Verwendung von Chrome unmöglich macht. Ich zumindest kann das Web ohne Werbeblocker nicht mehr nutzen.

Rote Karte für ChatGPT – möge der Mistral mit Dir sein

Die Sperre der neusten KI-Modelle von Anthropic durch das US-Regime vor einigen Tage kann man zum Teil nachvollziehen, wenn man spätere Gerüchte einbezieht, dass alle Schutzmaßnahmen der NSA-Server angeblich in einem Test damit pulverisiert wurden. Die Rücknahme der Roten Karte bei der Fussball-WM durch D. Trump ebenso, denn kein dreckiger, f…ing Ausländer darf einen Gott-gesandten Amerikaner bestrafen.

Aber dass das neuste Modell von ChatGPT wieder durch D.T. als Waffe bzw. Erpressungsmittel gegen die freie Welt benutzt wird, macht die orange Gefahr unerträglich. Wir müssen mit allen Mitteln weg aus der Abhängigkeit von US-Konzernen, die mittlerweile noch schlimmer unter der Fuchtel ihrer Herrscher stehen als chinesische Firmen. Bei China weiß man zumindest, wo man dran ist. Bei dem übellaunigen Kleinkind in Gestalt eines Greises nicht. Und die Geisteshaltung der meisten Tech-Bros stimmt auch nicht optimistisch für die Nach-Donald-Zeit. Die orange Abrissbirne hat bis dahin die USA plattgemacht und die Saat des Bösen kann in den Ruinen gut aufgehen.

Bei „normaler“ Software kann man seit vielen Jahren auf US-Produkte fast vollständig verzichten, auch wenn das nur wenige Leute machen. Zumindest in vielen Bereichen. Gerade Linux macht Windows oder macOS vollkommen obsolet und auch die typischen Anwenderprogramme haben freie Alternativen. Bei Suchmaschinen sind Ecosia und DuckDuckGo sowieso die bessere Wahl – insbesondere wenn man den KI-Müll verhindern will, mit dem die großen US-Suchmaschinen gerade die qualifizierte Suche nach Informationen blockieren.

Auch wenn ich ChatGPT und teils auch Gemini und Claude schätze – bei KI selbst werde ich wohl verstärkt auf Mistral AI setzen, aber auch mal OpenEuroLLM, TrustLLM und LLMs4Europe ausprobieren. Oder auch chinesische LLM, denn diese sind weit billiger als die US-Konkurrenz und – wie DeepSeek vor einigen Monaten gezeigt hat – fast gleichwertig von der Leistung. Wie ich in einem sehr interessanten Beitrag gelesen habe (dessen Aussagen ich nachvollziehen kann), ist auch Datenspioange durch chinesische KI gar kein großes Problem. Da diese meist sogar Open Source sind, wird nichts nach China übermittelt, sofern die LLMs auf vertrauenswürdigen Servern gehostet werden. Das Problem ist nur, dass man sich mittelfristig so von China abhängig macht, wie aktuell die meisten europäischen Firmen und Organisation von US-Konzernen abhängig sind. Wenn man diesen Schritt geht, spart man zwar viel Geld, löst sich aus US-Abhängigkeit, die US-IT-Branche wird massiv weniger Umsatz machen und vielleicht sogar eingehen, aber irgendwann hat China ein Monopol und man kommt vom Regen in die Traufe.

Der einzig sinnvolle Weg ist m.E., dass man als Default Open Source für Software und europäische KI nutzt, chinesische KI als Alternative, wenn die europäischen Lösungen noch nicht gut genug sind und US-Software, -Suchmaschinen- Dienste und -KI nur noch bei ganz speziellen Aufgaben, wo es keine wirkliche Alternativen gibt.

Wir müssen weg von US-Abhängigkeit, ohne US-Software und -Dienste ideologisch zu verteufeln. Auch ich werde sie teils noch nutzen. Aber wir dürfen uns nicht mehr weiter zu Geiseln einer unkalkulierbaren US-Strategie machen lassen. Zur Not über den Umweg über China, aber das darf nur ein Zwischenschritt sein.

Vibe Coding nur ein Zwischenschritt

Ich halte diesen Monat wieder eine Schulung in Cobol.

„Cobol ist tot!“

Klar – die Aussage kenne ich. Das wurde mir nach Ende meines Studiums bei meiner ersten Anstellung gesagt. Vor über 35 Jahren. Die Aussage war damals falsch und ist das im Grunde heute auch. Außer, man modifiziert sie.

Hinz & Kunz philosofieren (man kann auch „labern“ sagen) derzeit in allen denkbaren Sümpfen sozialer Netzwerke über Vibe Coding. Angeblich braucht es keine Entwickler mehr, denn KI würde Programme schreiben und als Vibe Coder bräuchte man nicht die geringsten Programmierkenntnisse. Diese Aussage will ich gar nicht hier zur Diskussion stellen. Sondern (provokant) sogar einen Schritt weiter gehen.

„Programmiersprachen sind tot!“

Damit natürlich auch Frameworks und all die Mode-Technologien wie Scrum, agile Programmierung und was es sonst noch an Buzzword-Bingo-Marketing-Sachen gibt oder gab. Denn damit erstellt man Quellcode und in letzter Konsequenz braucht man den nicht mehr, wenn die KI sowieso alles übernimmt. Was macht denn aktuell eine KI, wenn jemand mit Vibe Coding ein Programm erzeugen will? Irgendeinen Quellcode samt Ressourcen zusammenschustern und dann noch beschreiben, wie man ein lauffähiges Resultat bekommt. Aber wozu der Umweg über Quellcode? Das ist doch auch nur eine Krücke, um eine Mensch-Maschinen-Kommunikation auf Algorithmus-Ebene so zu gestatten, dass Menschen sich an ihre gewohnte Tagessprache erinnert fühlen.

Das kann man komplett beiseite lassen, wenn die KI doch sowieso das Zeug entwickelt. Wozu Quellcode, den Menschen immer weniger verstehen, weil KI das Wissen und die Fähigkeiten gezielt abtrainiert? Quellcode stört doch nur bei der Maschine-2-Maschine-Kommunikation zwischen KI (Maschine 1) und Programm (Maschine 2). Das Programm wird damit vollständig zur Black Box, aber letztendlich wird das m.E. der weitere Weg sein.

Bis zum großen Crash, dem das Abstellen der KI und die Rückbesinnung auf menschliche Intelligenz und Fähigkeiten folgt, was mühsam bei neuen Generationen wieder aufgebaut oder von Rentnern reaktiviert werden muss.

Aber wie ich schon einleitend sagte – das ist eine Provokation und ich empfehle immer noch Programmiersprachen zu lernen. Um dann bereit zu sein, wenn der Schaden durch KI nicht mehr zu übersehen ist und man Experten braucht, die den Karren aus dem Dreck ziehen.

I, Robot

Gerade zum x-ten Mal in den Film „I, Robot“ hineingezappt. Natürlich ändert sich der Film nicht, aber er wandelt sich in meiner Wahrnehmung. Von reiner Science Fiction zur realen Option.

Bundesweiter Zugausfall – wieder einmal

Bahn-Bashing ist mittlerweile langweilig und man hat sich irgendwie daran gewöhnt, dass ständig etwas schiefgeht. Verspätungen sollen gar nicht als „Schiefgehen“ gewertet werden. Auch nicht der Ausfall von einzelnen Zügen. Das ist einfach das neue „Normal“.

Selbst wenn Züge im Winter nicht fahren, weil es kalt wird oder im Sommer die Klimaanlage den Dienst verweigert, weil es zu warm ist – so what? Es ist die Bahn.

Aber der bundesweite Ausfall letzte Nacht hat schon die Quailtät, dass man sich Gedanken machen muss. Ein simpler IT-Fehler bei einem Update hat angeblich zum Stillstand des ganzen Landes geführt. Und auch nur in einem, nicht wirklich kritischen System. Zwar ist es sicher wichtig, dass eine grundsätzliche Kommunikation funktioniert, aber die Züge würden auch ohne diese fahren, wenn der Fahrplan funktioniert. GSM-R nennt sich der Versager.

Ich zitiere aus einem Spiegelbeitrag, der selbst auf DB InfraGo zurückgreift:

GSM-R steht für »Global System for Mobile Communications – Railway«. »Das GSM-R Mobilfunknetz ersetzt nahezu alle analogen Funksysteme der Deutschen Bahn AG«, heißt es auf der Website der DB InfraGo, der Betreiberin der Infrastruktur der Deutschen Bahn. Demnach bietet es Vorteile wie etwa hohe Sicherheit in der betrieblichen Kommunikation, die Möglichkeit spezieller Gruppenanrufe und die Option zur gezielten Kontaktaufnahme mit den Fahrdienstleitern.

Das ist blanker Hohn. Oder unfreiwillige Komik. Man kann es auch Ironie oder Sarkasmus nennen.

Was mich aber schockiert – so eine Kommunikation muss doch in jeden Fall mehrfach redundant implementiert sein. Ein Fallback-Netz oder zur Not über Mobilfunk, normalen Funk, Internet, Morsegeräte oder Trommeln. Was läuft da falsch, dass diese einfachsten Sicherheitsregeln bei der Bahn nicht gelten?

NSA-Mythos

Wenn das Gerücht aus dem Beitrag stimmt, hat die erzwungene Sperrung von Fable 5 und Mythos 5 durch die US-Regierung eine bedenkliche Ursache, die erst einmal nicht im Fokus stand.

Sollte Mythos wirklich in einem autorisierten Red-Team-Test alle Sicherheitssysteme der NSA mühelos überwunden haben, ist das hochkritisch. Man kann in dem Rahmen zwar leicht über die NSA lästern, aber das bringt nicht weiter. Die haben ganz sicher hochqualifizierte Leute und Abwehrmechanismen.

Wenn man sich vorstellt, was mit schlechter gesicherten Systemen möglich ist. Welche Auswirkungen das haben kann, ist das wirklich beunruhigend. Seien es für Wirtschaftsunternehmen, Finanzmärkte bis hin zu Energie- und Wasserversorgung samt Atomkraftwerken. So gesehen bewerte ich die Sperrung nachträglich etwas anders.

Proof of concept

Die Abschaltung vom Strom war nach 1,5 Stunden beendet. Die Sache habe ich als Proof of concept genutzt, was bei einem echten oder längeren Stromausfall bei mir funktioniert oder nicht. Überwiegend passt mein „Notfallplan“, aber ein paar Kleinigkeiten kann ich verbessern. Insbesondere mein Notebook immer voll geladen halten und die Synchronität der Daten optimieren. Aber over-all würde ich „Bestanden“ sagen.

Spontane Abschaltung vom Strom

Eben kam ein Techniker vorbei und meinte, dass für den restlichen Vormittag der Strom in der Straße abgestellt würde. Ganz toll. Komplette Umplanung notwendig, wobei es ein echtes Problem wäre, wenn ich eine Remoteschulung oder so hätte. Oder meine gesamtes berufliches IT-Equip­ment brauchen würde.

So ist das halbwegs auszugleichen. Ich lade gerade mein Notebook nochmal, solange noch Strom da ist und Internet wird über Tethering wohl gehen. Meine große Powerbank liefert auch gut 1 Stunde etwa 500 Watt und damit kann man zu Not auch ein paar Dinge abfangen. Da es heute 39 Grad werden soll, halte ich es in meinem Büro ohne Kühlung nicht aus. Die Ventilatoren müssen als Minimallösung laufen.

Meine Solarpanel würde im Grunde genug Strom liefern (bei der Sonne), aber die funktionieren leider nicht, wenn der externe Strom nicht da ist. Es ist wohl echt sinnvoll, über einen Solarspeicher nachzudenken, der genau dann die Lösung darstellt.

Aber wenn der Stromausfall länger dauert, schmeise ich halt meinen Stromgenerator an. Den hatte ich nach den ganzen flächenweiten Stromausfällen Ende letzten Jahres für echte Notfälle um den Jahreswechsel gekauft. Der liefert zwar nur 800 Watt und macht Lärm, aber der Gefrierschrank etc. kann damit laufen. Also Grundversorgung. Ich hoffe aber, dass es nicht wirklich lange dauert.

Digitalisierung in Schulen: Warum KI und Tablets Kindern schaden – Norwegen zieht Konsequenzen

Den Beitrag in Heise (Zurück zu Buch und Stift: Norwegen verbannt KI aus Grundschulen) nehme ich zum Anlass, meinen Kampf gegen Windmühlen mal wieder kurz aufzunehmen und die entsprechenden Maßnahmen zu unterstützen. Vielleicht gibt es in Deutschland auch irgendwann ein Einsehen.

Obwohl – die Hoffnung stirbt zuletzt, aber sie stirbt. ;-(

Ich war schon von Anfang an Gegner dessen, was US-Konzerne unseren Politikern als „Digitalisierung in Schulen“ untergejubelt und damit ganze Generationen geschädigt haben. Von den verbrannten Mitteln, die man sinnvoll für Kinder und Jugendliche hätte einsetzen können, ganz abgesehen.

Meine Aversion gegen diese „Digitalisierung“ in Schulen kommt nicht nur davon, dass ich seit Jahrzehnten Personen in IT, Programmierung und eben Digitalisierung ausbilde und deshalb so frei bin, mir ein Urteil über Sinn und Unsinn zu erlauben.  Ich bin massiv von den Thesen von Clifford Stoll beeinflusst, die er in dem Buch

LogOut. Warum Computer nichts im Klassenzimmer zu suchen haben und andere High-Tech-Ketzereien. (High Tech Heretic), deutsche Ausgabe im Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt/Main, 1999, ISBN 3-596-15512-6.

vertritt. Dass Computer und in letzter Konsequenz Tablets und KI in Schulen Kinder und Jugendliche verdummen, ist also altbekannt und die Thesen werden da nicht von „Irgendjemand“ in dem sehr empfehlenswerten Buch vertreten.

Der Typ ist eine der Lichtgestalten bzw. Legenden des frühen Internets und hat mit dem „Kuckucksei. Die Jagd auf die deutschen Hacker, die das Pentagon knackten.“ (The Cuckoo’s Egg) den Klassiker über den ersten „offiziellen“ Hacker im Internet geschrieben, und wie er diesen nach Jahren endlich identifiziert hatte.

Aber seine Warnungen vor Computern in Schulen finde ich noch wichtiger. Von vielleicht ein oder zwei Stunden konkreter IT-Unterricht in höheren Klassen abgesehen ist diese Digitalisierung in Schulen nur schädlich und teuer.

Lesen, Schreiben, Mathematik und ganz, ganz viel Sport gehören in die Schule. Dazu irgendwann Naturwissenschaften und Musik. Auch Kunst, gesellschaftliche Themen und Sprachen gehören als sinnvolle Ergänzungen dazu. Der Rest ist aus der Schule zu verbannen und kann außerhalb der Schule vermittelt werden.

Inhalte bei Webseiten rausfiltern

Ich interessiere mich ziemlich für Sport. Im Grunde jede Sportart – außer Fußball. Das ist für mich nur noch ein Geschäft und gerade die aktuelle WM zeigt die unerträgliche Kommerzialisierung und ruchlosen Machenschaften dieser FIFA gnadenlos. Von der Austragung in einem politisch extrem kritischen Umfeld ganz abgesehen.

Nun nutze ich gerne Eurosport, aber deren Webseite wird aktuell überflutet mit eben diesen Beiträgen zu Fußball und dieser sogenannten „WM“. Was mich wirklich interessiert, ist erst versteckt zu finden. Gezielt eine Sportart auszuwählen, ist auch keine Lösung – es sind ja alle, nur muss Fußball und vor allen Dingen Meldungen rund um die WM weg. Wobei man diese Option natürlich unabhängig von Eurosport und Fußball sehen muss.

Ich habe mich nun gefragt, ob man nicht Aufrufparameter verwenden kann, die gezielt unerwünschte Inhalte weghalten. So wie es früher bei Suchmaschinen üblich war. Einige Portalen hatten dieses Feature auch noch vor einiger Zeit. Also so etwas an der URL als Query:

?exclude=football
?exclude=fussball
?exclude=fußball
?hide=football
?sports=all,-football

Geht leider nicht mehr.  Zumindest nicht bei Eurosport. Natürlich nutze ich auch keinen Account. Ich will auf jeden Fall anonym surfen. Wäre ja absurd, dass ich alle Surfspuren mit großem Aufwand verwische und vermeide (zumindest wenn es möglich ist, ohne die gewünschte Funktionalität zu verlieren) und dann Eurosport so nutze, dass mein Verhalten und meine Vorlieben dort nachvollziehbar sind.

Die KI hat mir uBlock Origin vorgeschlagen, aber das ist recht aufwändig zu konfigurieren. Oder benutzerdefinierte Filter oder eigene CSS-Regeln. Aber die Seiten sind zu wenig konsistent, dass sich der Aufwand für solche Filter lohnt.

Eine Alternative Violentmonkey für Firefox und ein angepasstes Skript war ein weiterer Vorschlag. Das hat im Fall von Eurosport und Fußball ein bisschen war weggehalten, aber nicht wirklich viel. Außerdem können Filterbegriffe natürlich auch interessante Inhalte aus anderen Sportarten blockieren und zudem würde das in anderen Konstellation sowieso nicht passen.

Was ich mir wünschen würde: eine Browsererweiterung, die vor dem Start einer Webseite Filterbegriffe abfragt oder lädt und dann alles wegblendet, was diesen Content im Fokus hat. Häufig benutzte Seiten sollten so getaggt und gespeichert werden können. Mittels KI sollte das auch qualifiziert möglich sein und nicht naiv nur die Filterbegriffe checken. Das ging schon in den Anfangszeiten von Suchmaschinen oft nach hinten los. Im Grunde rede ich von einem lokalen KI-Benutzerprofil gepaart mit den Features eines Spam- bzw. Werberblockers. Nach dem Motto: „Zeig mir die Webseite an, aber lasse alles weg, was irgendetwas mit Fußball zu tun hat.“

Es ist etwas frustrierend, dass das Web früher viel einfacher und vor allen Dingen ohne diese unseligen Benutzeraccounts ganz gut funktioniert hat. Es wird mit Neuerungen und Weiterentwicklungen definitiv nicht alles besser. Ganz im Gegenteil.