Bundesweiter Zugausfall – wieder einmal

Bahn-Bashing ist mittlerweile langweilig und man hat sich irgendwie daran gewöhnt, dass ständig etwas schiefgeht. Verspätungen sollen gar nicht als „Schiefgehen“ gewertet werden. Auch nicht der Ausfall von einzelnen Zügen. Das ist einfach das neue „Normal“.

Selbst wenn Züge im Winter nicht fahren, weil es kalt wird oder im Sommer die Klimaanlage den Dienst verweigert, weil es zu warm ist – so what? Es ist die Bahn.

Aber der bundesweite Ausfall letzte Nacht hat schon die Quailtät, dass man sich Gedanken machen muss. Ein simpler IT-Fehler bei einem Update hat angeblich zum Stillstand des ganzen Landes geführt. Und auch nur in einem, nicht wirklich kritischen System. Zwar ist es sicher wichtig, dass eine grundsätzliche Kommunikation funktioniert, aber die Züge würden auch ohne diese fahren, wenn der Fahrplan funktioniert. GSM-R nennt sich der Versager.

Ich zitiere aus einem Spiegelbeitrag, der selbst auf DB InfraGo zurückgreift:

GSM-R steht für »Global System for Mobile Communications – Railway«. »Das GSM-R Mobilfunknetz ersetzt nahezu alle analogen Funksysteme der Deutschen Bahn AG«, heißt es auf der Website der DB InfraGo, der Betreiberin der Infrastruktur der Deutschen Bahn. Demnach bietet es Vorteile wie etwa hohe Sicherheit in der betrieblichen Kommunikation, die Möglichkeit spezieller Gruppenanrufe und die Option zur gezielten Kontaktaufnahme mit den Fahrdienstleitern.

Das ist blanker Hohn. Oder unfreiwillige Komik. Man kann es auch Ironie oder Sarkasmus nennen.

Was mich aber schockiert – so eine Kommunikation muss doch in jeden Fall mehrfach redundant implementiert sein. Ein Fallback-Netz oder zur Not über Mobilfunk, normalen Funk, Internet, Morsegeräte oder Trommeln. Was läuft da falsch, dass diese einfachsten Sicherheitsregeln bei der Bahn nicht gelten?

DB Navigator – der Spion in der Hosentasche

Die Medien greifen gerade die Klage von Datenschützern gegen die Deutsche Bahn wegen dem DB Navigator auf. Laut den Datenschützern sammle die Bahn zu viele Daten der Nutzer und verstoße gegen die DSGVO und das Gebot der Datensparsamkeit. Vor allen Dingen sollen diese Informationen unerlaubter und von allen Dingen unnötiger Weise an Unternehmen wie Google, Optimizly oder Adobe weitergegeben werden. Diese Spionage könne man nach der Klage von dem Verein Digitalcourage auch nicht durch Konfigurationen abstellen. Die Bahn sieht das natürlich anders und meint, dass das Tracking von Personen und die Weitergabe persönlicher Daten technisch zwingend wäre.

Wer meine Beiträge bisher gelesen hat, wird schon vermuten, dass ich den Standpunkt von Digitalcourage voll unterstütze und die Rechtfertigung der Bahn massiv in Zweifel ziehe. Es geht m.E. beim Tracking überwiegend um den Verkauf von Daten an Werbepartner und die Verwertung für eigene kommerzielle Zwecke.

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Auftrag Hamburg Teil 1 erledigt :-) – Trotz Deutscher Bahn :-(

Der erste Block in Hamburg mit 3 Schulungstagen ist erledigt, es war da wirklich wieder schön (auch vom Wetter) und ich bin erst einmal wieder zuhause. Obwohl die Deutsche Bahn alle Register gezogen hat, um mein Heimkommen zu verhindern. Wieder einmal. Eigentlich wie fast immer, wenn ich auf Geschäftsreise bin und die Bahn an irgendeinem Teil der Reise beteiligt ist.

Dieses Mal war es wieder die „letzte Meile“ vom Flughafen FFM nach Hause. In Hamburg sah es bis zum Abflug gut aus, dass nach der Landung mehr oder weniger alle 10 Minuten irgendeine Bahn vom Airport FFM in Richtung Mainz gehen sollte. Nach der Landung in FFM hat die Bahn-App angezeigt, dass erst einmal die nächsten 5 Züge alle ausfallen würden. Mittlerweile sind alle Züge für den restlichen Tag auf Ausfall gesetzt. „Auftrag Hamburg Teil 1 erledigt 🙂 – Trotz Deutscher Bahn :-(“ weiterlesen

Richtungswechsel des IC2 dauert bis zu 1 Stunde – wegen Problemen beim Betriebssystem

Auf Golem ist ein Artikel zu finden, den ich kaum glauben kann. Angeblich dauert das Booten des Betriebssystems in einem neuen IC2 bis zu einer Stunde. Stunde (!!) – nicht Minute. Ok – ein modernes Tablet oder SmartPhone bootet in vielleicht 30 Sekunden, aber es ist mir natürlich klar, dass in einem modernen Zug etwas mehr Technik steckt und schon andere Maßstäbe gelten. Selbst meine Workstation braucht gut 3 Minuten, bis sie da ist. Was aber an Windows liegt, denn mit Linux ist das Teil in weniger als der Hälfte der Zeit betriebsbereit.

Was aber als brauchbarer Vergleich herhalten kann, ist die Startzeit von einem kleinen Firmennetzwerk. Und da sollte in der Regel keine Stunde für einen Start vergehen. Vielleicht 10 Minuten, wenn es alte und nicht sonderlich leistungsfähige Hardware ist. Die Vermutungen der Foristen bei Golem gehen dahin, dass einfach uralte IT-Technik in die Züge verbaut wurde. Natürlich kommen auch die Kritiken zu vollkommen überladener und viel zu komplexer Technik in modernen Verkehrsmitteln auf den Tisch. Andere fragen nach dem Basisbetriebssystem, denn dazu schweigt sich Golem leider aus. Aber der Artikel tippt auf Probleme bei eben diesem Betriebssystem der Züge.

Anyway. Das OS der Züge soll regelmäßig zusammenbrechen und einen Neustart erzwingen. Insbesondere breche das OS beim Wechsel der Fahrtrichtung zusammen. Sehr lustig (!), denn das OS ist angeblich genau für den Vorgang „optimiert“.
Die Bahn hat auf jeden Fall reagiert und die Abnahme weiterer IC2 verweigert, denn der Boot-Vorgang des Systems mit Zeiten von eben etwa eine Stunde würde immer wieder zu Verzögerungen und Verspätungen führen.