Ein spannender Beitrag auf Hessenschau.de thematisiert die Frage, ob man als Künstler Instagram und andere soziale Netzwerke braucht. Wie bei vielen Angeboten, die Aufmerksamkeit notwendig haben, setzen manche Künstler voll auf Aufmerksamkeitsökonomie-Plattformen. Andere verweigern sich diesen algorithmischen Manipulationssystemen und sorgen sich um „den Zauber der Kunst“. Dem zweiten Standpunkt schließe ich mich an. Unabhängig von „Kunst“. Auch wenn ich natürlich durchaus verstehe, dass man irgendwie auffallen will oder muss, wenn man wahrgenommen werden will.
Algorithmen von sozialen Dopamin-Fallen sind jedoch der Tot der Vielfalt. Auf zwei Arten. Sie sorgen dafür, dass man als Konsument von Content nur noch eigene Ansichten und Erfahrungen bestätigt bekommt und nichts Neues mehr entdecken und lernen kann. Und sie manipulieren Kunst oder auch andere Publikationen hin zu Aufmerksamkeit statt eigenem Standpunkt und Qualität. KI verstärkt den Qualitätsverlust ja offensichtlich und rapide. Zudem verliert alles an Wert, wenn es zu einfach zu haben ist. Sprich in dem digitalen Selbstinszenierungszirkus im Speziellen bzw. dem Internet allgemein.
Dazu ist die Darstellung auf Bildschirmen in meinem Gefühl wertlos. So wie das Foto eines wertvollen Gemäldes oder allgemein Kunstgegenstands wertlos ist. Schon gar, wenn es in Mäusekinos auf dem SmartPhone oder Tablet gepresst wird. Dieses Gefühl, bei dem Lesen eines wirklichen, physischen Buchs oder einer Zeitschrift Subtanz mit echter Erfahrung durch verschiedene Sinne darstellt, kann Lesen auf dem Bildschirm niemals auslösen. Das ist nur inhaltliche Leere ohne die geringste emotionale Befriedung. Diese Diskrepanz kann ich nahtlos auf Kunst übertragen.
Kurz gesagt IMHO – „Digtal“ ist belanglos und unerquicklich, „Analog“ kostbar und substanziell. Selbstdarstellungsnetzwerke potenzieren die digitale Leere noch.
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