Ich wollte die Tage mal wieder eine DVD anschauen und bin auf ein nicht einkalkuliertes Problem gestoßen. Das ganze neue IT-Zeug bei mir hat gar kein DVD-Laufwerk mehr, was mir komplett entfallen war. Irgendwo fliegt noch ein externes DVD-Laufwerk rum, aber das habe ich nicht auf die Schnelle gefunden. Warum aber nicht einfach einen alten Rechner nutzen, der noch ein DVD-Laufwerk hat?
Nur hat sich das direkte Streamen der DVD als unerwartet kompliziert erwiesen. Beispielsweise VLC kann das im Prinzip und LLMs haben auch zig Vorschläge gehabt, wie das funktioniert und welche Varianten es gibt. Nur alle Vorschläge der KIs waren untauglich, wie so viele Aussagen der KI im Moment. Egal ab ChatGPT, Copilot, Gemini oder Deekseek. Reine Blender, deren Lösungsvorschläge zu 95% passen und die letzten 5%, die es zur wirklichen Nutzung braucht, einfach nicht hinbekommen. Aber permanent zusagen, dass das garaniert geht – isch chwör, Bruuudder!
Letztendlich kam raus, dass Streaming direkt vom DVD-Laufwerk an zig Kleinigkeiten einfach scheitert. Entweder wird das Menü der DVD angezeigt und man kommt nicht weiter, es kommt nur Bild und kein Ton oder die von KIs vorgeschlagene direkte Titelauswahl in VLC passt nur zu uralten Versionen usw. Oder aber das Streamen ruckelt wie Sau. Rippen als Vorschlag hatte ich ausgeschlossen, aber die KIs wollten auch das immer wieder als Lösung. Es ist einfach grausam, wie untauglich KIs innerhalb von wenigen Monaten bei vielen Fragen geworden sind.
Daher habe ich einen anderen Weg gewählt und mounte das DVD-Laufwerk des alten Rechners einfach auf dem neuen mit den großen Bildschirmen. Da ich ja sowieso überall Mint Linux verwende, geht das zumindest einfach und zuverlässig.
Ich nutze jetzt meinen uralten – wirklich – Thinkcentre, der noch ein DVD-Laufwerk hat, als DVD-Host mit Samba. Da ich zig alte Rechner aufgehoben und zudem noch einen recht modernen Raspberry Pi habe, habe ich für manche einfach keine echten Einsatzzwecke. Die Alternative mit meiner alten Workstation, die auch noch über ein DVD-Laufwerk verfügt, läuft mit Windows und ist deshalb raus. Aber der Thinkcentre hat jetzt wieder eine echte Aufgabe.
Also einfach Samba auf dem Thinkcentre passend konfiguriert. Wenn das nicht installiert ist, kann man das so machen:
sudo apt update sudo apt install samba samba-common-bin
Dann stellt man sicher, dass das DVD-Laufwerk gemountet ist. Falls nicht, kann man so einen Mount-Pfad erstellen:
sudo mkdir /mnt/dvd
Mounten geht dann so, falls es nicht automatisch gemountet wurde.
sudo mount /dev/sr0 /mnt/dvd
Wenn sr0 nicht passt, mit dem richtigen Gerätenamen ersetzen.
So kann man sich vergewissern, dass man auf das Laufwerk zugreifen kann:
ls /mnt/dvd
Zeigt den Inhalt der DVD an, wenn eine eingelegt ist.
Nun erstellt man einen Samba-Freigabe-Ordner mit der Freigabe für das DVD-Laufwerk. Die Konfiguration erfolgt über die Datei /etc/samba/smb.conf.
Am Ende der Datei folgende Freigabe hinzufügen:
[dvd] path = /mnt/dvd available = yes valid users = your_username read only = no browsable = yes public = yes writable = yes create mode = 0777 directory mode = 0777
your_username ist der Benutzername auf dem Linux-System. writable kann auch no gesetzt werden. Das ist ja meist nur ein Lesezugriff.
Starten oder Neustarten des Samba-Dienstes:
sudo systemctl restart smbd
Überprüfen der Samba-Freigabe
testparm
Wenn keine Fehler angezeigt werden, ist alles korrekt konfiguriert.
Von einem anderen Computer im Netzwerk aus sollte man jetzt auf das DVD-Laufwerk zugreifen können.
Auf einem Windows-PC über \\ip\dvd-share mit der IP-Adresse des Linux-Systems oder dessen Alias im Netzwerk.
Auf einem anderen Linux-PC (smbclient muss vorhanden sein) über smb://ip/dvd-share.
Bei mir smb://ralph-thinkcentre-m71e.local/dvd/.
Eventuell werden noch Fragen zu Berechtigungen und Zugriffssteuerung zu beantworten sein.
Um sicherzustellen, dass Samba beim Neustart des Systems automatisch gestartet wird, kann man folgendes tun:
sudo systemctl enable smbd
Das sorgt dafür, dass der Samba-Dienst immer beim Start des Systems aktiv ist.
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