Digitalisierung in Schulen: Warum KI und Tablets Kindern schaden – Norwegen zieht Konsequenzen

Den Beitrag in Heise (Zurück zu Buch und Stift: Norwegen verbannt KI aus Grundschulen) nehme ich zum Anlass, meinen Kampf gegen Windmühlen mal wieder kurz aufzunehmen und die entsprechenden Maßnahmen zu unterstützen. Vielleicht gibt es in Deutschland auch irgendwann ein Einsehen.

Obwohl – die Hoffnung stirbt zuletzt, aber sie stirbt. ;-(

Ich war schon von Anfang an Gegner dessen, was US-Konzerne unseren Politikern als „Digitalisierung in Schulen“ untergejubelt und damit ganze Generationen geschädigt haben. Von den verbrannten Mitteln, die man sinnvoll für Kinder und Jugendliche hätte einsetzen können, ganz abgesehen.

Meine Aversion gegen diese „Digitalisierung“ in Schulen kommt nicht nur davon, dass ich seit Jahrzehnten Personen in IT, Programmierung und eben Digitalisierung ausbilde und deshalb so frei bin, mir ein Urteil über Sinn und Unsinn zu erlauben.  Ich bin massiv von den Thesen von Clifford Stoll beeinflusst, die er in dem Buch

LogOut. Warum Computer nichts im Klassenzimmer zu suchen haben und andere High-Tech-Ketzereien. (High Tech Heretic), deutsche Ausgabe im Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt/Main, 1999, ISBN 3-596-15512-6.

vertritt. Dass Computer und in letzter Konsequenz Tablets und KI in Schulen Kinder und Jugendliche verdummen, ist also altbekannt und die Thesen werden da nicht von „Irgendjemand“ in dem sehr empfehlenswerten Buch vertreten.

Der Typ ist eine der Lichtgestalten bzw. Legenden des frühen Internets und hat mit dem „Kuckucksei. Die Jagd auf die deutschen Hacker, die das Pentagon knackten.“ (The Cuckoo’s Egg) den Klassiker über den ersten „offiziellen“ Hacker im Internet geschrieben, und wie er diesen nach Jahren endlich identifiziert hatte.

Aber seine Warnungen vor Computern in Schulen finde ich noch wichtiger. Von vielleicht ein oder zwei Stunden konkreter IT-Unterricht in höheren Klassen abgesehen ist diese Digitalisierung in Schulen nur schädlich und teuer.

Lesen, Schreiben, Mathematik und ganz, ganz viel Sport gehören in die Schule. Dazu irgendwann Naturwissenschaften und Musik. Der Rest ist aus der Schule zu bebannen und kann außerhalb der Schule vermittelt werden.

Warnung vor Digitalisierungswahn an Schulen

In dem Beitrag zum Digitalisierungswahn an Schulen greift ein Augsburger Schulpädagogikprofessor massiv die Pläne der CSU an, nach denen im Jahr 2028 jedes Kind in Bayern ein Tablet haben soll. Er bezieht sich auf neuste Studien, dass die Nutzung von Tablets und SmartPhones Kinder in der Entwicklung hemmen. Das ist natürlich Wasser auf meine Mühle, denn ich bin schon seit vielen Jahren strikter Gegner von digitalen Hilfsmitteln in der Schule. Sie verdummen und kosten unendlich viel Geld, was man in Lehrer und allgemein bessere Ausstattung von Schulen investieren müsste. Das Abtreten von pädagischer Kompentenz an Daddle-Geräte ist genau das gleiche Prinzip als wenn Eltern Kinder aus Zeitmangel oder einfach Desinteresse vor der Glotze parken, statt sich mit ihnen zu beschäftigen.
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