Ausmusterung und Anheuerung mit Fast-Desaster

Es ist soweit – ich mustere alte Hardware aus, was bei mir extrem selten vorkommt. Ich versuche Altgeräte solange zu nutzen, solange der Kram noch geht und eine halbwegs vernünftige Anwendung möglich ist. Das mag betriebswirtschaftlich  wegen fehlender Geschäftsausgaben nicht sinnvoll sein, aber für Umwelt und Ressourcenschonung besser. Aber jetzt ist mein Terra Notebook fällig.

Das habe ich in schon vor einigen Jahren in mein Büro nach Eppstein verlagert, um da einen PC dauerhaft zu haben. Das Terra-Notebook hat Win 10 und Mint Linux im Dualboot und bisher immer wieder mal gute Dienste geleistet. Aber die letzte Zeit bricht reproduzierbar nach wenigen Minuten die Internet-Verbindung zusammen, wenn ich über Tethering per SmartPhone im Internet bin. Da das sowohl unter Windows als auch Linux der Fall ist, ist wohl der WLAN-Adapter fertig. Zwar könnte man den noch austauschen oder einen externen Adapter verwenden, aber wenn es an einer Ecke zu bröseln beginnt, sind andere Probleme nicht weit. Das Terra-Notebook hat den Ruhestand auch verdient, denn dessen Kauf kann ich ganz genau noch terminieren – 30.12.1999.

Ich werde nun meinen Mac Mini da wieder hinschaffen. Der ist von 2012 und auch nicht mehr taufrisch (Macmini6,2), aber eben nur halb so alt. Darauf habe ich bisher Dualboot mit einem alten macOS Sierra und Mint Linux 22, aber den ganzen macOS-Kram brauche ich echt nicht mehr, zumal der seit etwa 10 Jahren nicht mehr von Apple unterstützt wird. Nun bin ich als Vorbereitung mit ChatGPT daran gegangen, den gesamten Rechner neu zu konfigurieren, um die Ressourcen vollständig mit Linux zu nutzen. Aber ChatGPT hat mich dabei sukzessive ins Desaster geführt.

Linux war nicht auf der SSD (/dev/sda), sondern der HDD (/dev/sdb) installiert. Ich wollte deshalb ein neues Linux auf der SSD installieren  und den Rest plattmachen. Aber ich habe es auch nach Stunden und trotz Hilfe von ChatGPT nicht hinbekommen, dass der Mac Mini von einem USB-Stick gestartet ist. Da ist durch das Apple-Zeug viel blockiert und verbogen, dass nicht einmal Grub beim Hochfahren anzuzeigen ist und EFI sich auf-Teufel-komm-raus nicht umbiegen lässt.

Also kam ich auf die Idee, Linux weitgehend auf der HDD zu lassen und nur Teile wie home auf die SSD zu verlagern. Da hatte ich vorher Platz geschaffen und den alten macOS-Kram weggeräumt – also paritioniert, soweit das ging.

ChatGPT meinte dann, dass auch var und tmp auf die SSD sollten, um das System performanter zu bekommen. Damit ging die Katastrophe los, denn die Verlagerung von var hat (vermutlich) die zig folgenden Probleme bewirkt. Die Trennung von Linux auf zwei physische Platten (zudem eine schnell, eine langsam) löst u.a. Timing-Probleme aus. Plötzlich gab es beim Start zig Fehlermeldungen und auch keine GUI mehr. Jeder weitere Korrekturvorschlag von ChatGPT hat das System mehr zerstört bis hin zum Verbröseln von Python, Plymouth, X-Server, LightDM und anderen ganz elementaren Bibliotheken und Programmen.

Erst nach zig Stunden Arbeit (SSH war zumindest immer möglich) war ich zumindest wieder soweit, dass zumindest apt und dpkg halbwegs ok waren. Nur lightdm hat ChatGPT wirklich so verfriggelt, dass bei einem lokalen Monitor nicht einmal eine Konsole mehr aufgetaucht war. Glücklicherweise ging wie gesagt SSH noch, aber das System war komplett in einem „Halbzustand“ ohne GUI, mit dem man wirklich gar nichts anfangen konnte. Die Wahl war verschrotten oder wo anderes Hilfe zu suchen. ChatGPT habe ich aber zum Teufel geschickt, da die Tipps schon genug Schaden verursacht hatten.

Hilfe kam von DeepSeek, was zwar hämisch die Maßnahmen von ChatGPT auseinander genommen (wie ein Arzt die Behandlungsversuche seines Vorgängers), aber auch tatsächlich sinnvolle Hilfe geleistet hat.

Ich habe XDM nun als Grafikmanager. Das funktioniert und langt mir. Auch die anderen Probleme, die mir ChatGPT reingewürgt hat (etwa ein komplettes weiteres Linux im home-Verzeichnis und zerstörtes Python etc.), konnte ich mit Hilfe von DeepSeek in den Griff bekommen. Zwar ist jetzt nur noch home auf der SSD, aber DeepSeek fand sogar eine einfache Lösung, wie ich schreibend die noch vorhandene alte macOS-Partition nutzen kann (ChatGPT meinte, das ginge unter Linux nur lesend).

Mit Linux läuft die Kiste jetzt wirklich noch gut, denn so schlecht macOS aus meiner Sicht ist, so gut ist die Apple-Hardware an sich. Mit 16 GB RAM und SSD ist selbst die Kiste von 2012  durchaus noch konkurrenzfähig, wenn das Betriebssystem passt.

Update auf Windows 10 bei meinem Dual-Boot-Notebook

Nachdem ich auf meiner Workstation mit Windows 10 ganz zufrieden bin, habe ich mich auch bei meinem Notebook (bisher immer noch mit Windows 7 bestückt) zu einem Update entschlossen. Zumal Windows 7 wirklich in die Jahre kommt und es über kurz oder lang mit Updates eng werden wird. Und mit der Classic Shell kann man auch unter Windows 10 das Look an Feel von Windows 7 wiederherstellen und muss sich nicht mit den Verirrungen der Oberflächengestaltung und extremen Behinderung bei der Bedienung über Kacheln  ab Windows 8 quälen. Mit der neuen SSD sollte die Hardware von dem Notebook auch ausreichend leistungsfähig sein.

Microsoft kennt immer noch kein Dual-Boot 🙁

Dummerweise verwende ich auf dem Notebook Windows parallel mit einem Linux und Dual-Boot über Grub. Tja – ich hatte gedacht, dass es Microsoft endlich geregelt bekommt, wenn es außer Windows noch weitere Betriebssysteme auf dem Rechner gibt. Falsch gedacht :-(. Die Upgrade-Routine haut Grub dermaßen in die Tonne, dass danach gar nichts mehr geht. Windows muss beim Update mehrfach neu starten und beim 2. Neustartversuch konnte weder Windows noch Linux starten. Ganz toll – nur noch Grub rescue war da. Klar gibt es die üblichen Befehle (von ls über set bis insmod), um Grub manuell wiederzubeleben. Aber leider gab es auch dabei ständig die Meldung, dass das Dateisystem nicht zu erkennen sei. Ich hab dann schnell die Faxen dicke gehabt und mein Mint Linux als Live-Version vom USB-Stick gestartet und dann einfach nochmal neu installiert. Da hatte ich sowieso keine wichtigen Daten drauf und das repariert ganz nebenbei und vollkommen problemlos Grub. Danach konnte sich dann Windows weiter aktualisieren.

Wir warten auf das Christkind

Das gesamte Update hat gefühlte Ewigkeiten gedauert. Als ich vor einigen Monaten meine Workstation von Windows 8.1 auf Windows 10 aktualisiert hatte, war das erheblich schneller abgelaufen. So genau kann ich das nicht mehr sagen, aber für dieses Update hat die Setuproutine die 3 – 4-fache Zeit gebraucht, denke ich. Das war der nächste Punkt im Updateprozess, den ich für mich als grottenschlecht bewerte.

Als dann aber die Geschichte endlich durch war, schien soweit alles erhalten geblieben zu sein und das System zu laufen. Muss jetzt in der Praxis ausprobieren, ob der Umstieg wirklich sinnvoll war.