Kurs zu Vibe Coding und KI in der Softwareentwicklung

Manche alte IT-Schlachtrösser – zu denen ich mich auch zähle – erleben gerade eine Sinnkrise (davon nehme ich mich aber aus), da Vibe Coder & Co in den üblichen verdächtigen Kanälen Erfolgsmeldungen verbreiten, wie sie ohne Programmierkenntnisse und nur mittels KI auch die anspruchsvollsten Apps erstellt haben. Werden IT-Kenntnisse wirklich überflüssig?

Ich will vier Thesen in den Raum stellen und 2x provozieren.

  1. Viele Meldungen sind nicht überprüfbar.
  2. Ein Programm, das auf den ersten Blick funktioniert, ist nicht unbedingt gut.
  3. Provokation 1: Nur weil ein blindes Huhn mit KI einen Goldklumpen gefunden hat, sollte man die Tausende Suchenden nicht vergessen, die trotz der Hilfe durch KI ihre Misserfolge nicht laut herausrufen.
  4. Provokation 2: Alte Schlachtrössen müssen auch mit der Zeit gehen, sonst erfüllen Sie ihre letzte Aufgabe beim Metzger.

Die zweite Provokation und meine zweite These haben mich veranlasst, Kurse und Trainings für Vibe Coder bzw. allgemein Personen ohne klassische IT-Ausbildung zu entwicklen, die KI effektiv  bei der Softwareentwicklung nutzen wollen. Ich sehe keinen Sinn darin, KI zu bekämpfen (von wegen „alte Schlachtrösser und mit der Zeit gehen“). Ganz im Gegenteil – ich beschäftige mich ja schon seit zig Jahren mit KI und deren Grundlagen (insbesondere auch durch Videotrainings bei Linkedin Learning) und sehe damit auch eine kleine „Teilschuld“ bei mir, dass KI die klassische Softwareentwicklung komplett umstrukturiert.

Aber ich sehe genauso und vor allen Dingen die Probleme, die ohne zumindest elementare Grundlagen selbst bei trivialem Vibe Coding entstehen.

In dieses Spannungsfeld hinein habe ich u.a. meinen neuen Kurs „Software verstehen im Zeitalter von Vibe Coding – Vom Blindflug zur Kontrolle „ bei ppedv konzipiert.

Personen, die stolz darauf sind, ganz ohne Verständnis der Grundlagen und Hintergründe Apps irgendwie erstellen zu können, kann und will ich damit nicht abholen. Aber Personen, die die Decke des Mysteriums der Softwareentwicklung etwas lüften und der KI nicht mehr hilflos ausgeliefert sein wollen, die möchte ich mit dem Kurs und noch ein paar kommenden Projekten Anleitungen und Hilfestellungen an die Hand geben.

Swaks und Fail2Ban – will ChatGPT bei mir katzbuckeln?

Schon wieder – ChatGPT hat mir massiv bei einem Admin-Problem bzw. einer Frage geholfen. So wie Programmierlaien im Moment mit „Vibe Coding“ durch KI anspruchsvolle Apps erzeugen, hilft mir KI bei Administrationsproblemen. Ich hoffe nur, dass die Ergebnisse nicht so kritisch sind, wie das, was meiner Meinung nach derzeit mit Vibe Coding produziert wird.

Es ging um meinen VServer bzw. mein dort gehosteten E-Mail-Server. Da ich die letzte Zeit permanent E-Mails bekomme, die wie Antworten auf E-Mails von mir aussehen sollen und standardisiert bis hin zu aggressiv und beleidigend formuliert sind, bin ich der Sache auf den Grund gegangen.

Im Grunde kann Spoofing bzw. meine gefälschte Absenderadresse oder Backscatter / Bounce-Mails mit Fälschung einer Mail mit meiner Adresse als ursprünglichen Absender das Problem sein oder aber mein Server ist infiziert.

Mit Hilfe von SSH-Zugriff habe ich meine Protokolle, Konfigurationen untersucht und angepasst. Nach den Log-Dateien ist mein Server nicht komprimiert, aber er steht unter Brute-Force-Angriff mit beliebigen EMail-Adressen. Ärgerlich, aber nicht dramatisch und wohl aktuell bei allen Mailservern üblich. Aber meine SPF, DKIM und DMARC-Flags waren definitiv nicht optimal. Diese habe ich mit Hilfe von ChatGPT verbessert und auch Fail2Ban installiert und eingerichtet, um IPs mit mehreren Fehlversuchen zu bannen.

Die Ausgabe von dig TXT DOMAIN passt jetzt für DMARC und SPF.

ChatGPT hat mir nach der Anpassung mit swarks noch ein nettes Tool vorgeschlagen, mit dem man SMTP-Verbindungen simulieren und Header (SPF, DKIM und DMARC) prüfen kann, ohne echte Mails zu verschicken. Da hänge ich mal gerne die Informationen an: „Swaks und Fail2Ban – will ChatGPT bei mir katzbuckeln?“ weiterlesen

Sind alte Sprachen besser als neue?

Neue Programmiersprachen und Frameworks gelten in der IT-Entwicklung als Maß der Dinge. Aber man findet in der letzten Zeit immer mehr Beiträge von echten Experten – und ich meine nicht „Senior“-Entwickler, die vielleicht 10 Jahre Praxis aufweisen können und oft nur neue Technologien kennen, sondern wirklich erfahrene Entwickler – auf Linkedin oder in Fachmedien, die Sprachen wie C, aber auch Fortran, Cobol bis hin zu Haskell als „besser“ im Vergleich zu neuen Sprachen und vor allen Dingen vielen Frameworks bezeichnen. Oder auch Aussagen, die JavaScript besser als TypeScript sehen, obwohl die Masse letztere Sprache wegen ihrer Vollkasko-Bequemlichkeit und zusätzlichen Sprachfeatures  zur Compile-Zeit als besser einschätzen. Was auch immer „besser“ meinen soll.

Ich finde dabei oft genannten Argumente sehr stichhaltig. Alte Sprachen sind schlanker, ressourcenschonender, näher an der Hardware, viel besser zu kontrollieren etc. „Sind alte Sprachen besser als neue?“ weiterlesen

Vibe Coding

Rund herum in der IT-Szene und vor allen Dingen bei Softwareentwicklung dreht sich im Moment gefühlt alles um Vibe Coding. Das Collins Dictionary hat Vibe Coding sogar angeblich zum Wort des Jahres gewählt. Aber funktioniert die Idee? Ich habe dazu eine klare Position. Und die ist „Nein“. Vibe Coding ist für mich nur eine Illusion, Leute ohne fundierte Programmierkenntnisse könnten mittels KI ein „gutes“ Programm oder Softwareprodukt erstellen, das echte Aufgaben löst. „Vibe Coding“ weiterlesen

Vibe Coding

Überall findet man derzeit Posts, die infrage stellen, ob man noch Informatik studieren, Fachinformatiker oder allgemein programmieren lernen soll. Gerade das Buzzword „Vibe Coding“ befeuert die (Fehl-)Einschätzung, dass solche Skills bald irrelevant werden. Ich bin selbst unsicher, ob ich Informatik als Studium oder eine Fachinformatikerausbildung empfehlen soll. Als ich vor 3 Jahren ChatGPT erstmals in der Programmierung angewendet habe, war ich mir sicher, dass wir bald kaum noch Programmierer brauchen werden. Mittlerweile dreht sich gerade meine Meinung, denn sowohl die Fehler als auch Qualitätsmängel bei KI explodieren. Und niemand versteht mehr so richtig, was unter der Oberfläche läuft.

Gerade besagtes, gehyptes „Vibe Coding“ ist m.E. ein Irrweg, der ins IT-Chaos münden kann. „Vibe Coding“ weiterlesen