there is lots of room left in Hilbert Space

Die Woche habe ich eine PHP-Schulung in einem kleinen, verschlafenen Nest im hübschen Taubertal gehalten, das wohl überwiegend von Kurgästen und Reha-Patienten lebt und in dem ich selbst schon mal Familienurlaub in einem Familienhotel gemacht hatte, als meine Kidds noch im Kinderwagen geschoben werden mussten.

Zur Schulung selbst gibt es auch wenig zu sagen. Standard und nicht schlecht gelaufen.

 Aber zu dem Ort selbst, dessen Name ich bewusst nicht nennen möchte – obgleich er aufgrund der Bilder leicht zu erkennen sein sollte. Ich habe noch nie einen Ort gesehen, in dem es auf kleinem Raum so viele Zäune, Absperrungen und Schranken gegeben hat. Dazu Verbotsschilder im Duzend billiger und oft ziemlich unfreundlich (von wegen „Parken verboten“, „Ausfahrt freihalten“, etc. – natürlich immer ohne „bitte“). Darüber hinaus gibt es in dem Ort einen – zugegeben schönen, aber sehr kleinen – Kurpark, für den man vor 17:00 Uhr Eintritt zahlen muss. Gut – das hat mich nicht betroffen, weil ich Schulung halten musste und erst nach 17:00 Uhr da durch gejoggt bin – aber trotzdem.
Was mir aber am meisten aufgefallen ist – es gibt vermutlich im gesamten Ort inklusive Randgebieten nicht einen freien Parkplatz (ich habe zumindest keinen gesehen). Selbst bei Supermärkten und Geschäften musste man Schranken passieren, um auf Parkplätze zu kommen. Gut – wenn man dann da eingekauft hat, wurde ein Teil der (ziemlich teureren) Parkkosten übernommen – dennoch „brrr“. Wobei ich zugeben muss, dass ich am letzten Tag dann noch einen Parkplatz entdeckt habe, auf dem man 9 Stunden für doch sehr günstige 2,30 EUR parken konnte – 50 Meter weiter hat es allerdings 9,50 EUR gekostet.

Ich hatte die ganze Zeit den Eindruck als hätte ein Sherif wirklich jeden Zentimeter in dem Ort untersucht, auf dem theoretisch ein Auto stehen könnte, und einen Zaun, einen Poller, eine Schranke oder zumindest einen Parkautomaten samt vieler, vieler Schilder da montiert.
Mir geht es mit dem „Gezeter“ auch nicht um die paar Euro, die ich in der Woche für das Parken bezahlt habe. Das sind einmal Geschäftsausgaben, die machen auch nicht wirklich arm und ich bezahle die auch gerne, wenn ich in fremden Städten nicht lange einen Parkplatz suchen muss. Dazu konnte ich auch meist beim Kunden parken und von daher war ich nur peripher von den Parkkosten betroffen. Ich habe ebenso Verständnis dafür, dass man der Autopest ob der beengten Verhältnisse in dem Tal dem Wildparken Herr werden muss.
Aber das ganze Ambiente und Feeling in dem Ort kann ich nur mit „Typisch Deutsch“ beschreiben – in der Form, wie ich unser Image ungern sehe, wie es aber schon immer von außen kritisiert wurde.

  • Alles muss seine Ordnung haben und jede Kleinigkeit ist zu reglementieren.
  • Alles, was nicht ausdrücklich erlaubt ist, ist verboten.
  • Alles, was erlaubt ist, kostet Geld.

Dem typisch deutschen Spießereindruck stand entgegen, dass es in dem Ort ungewöhnlich viele Ausländer (meist sehr, sehr dunkler Hautfarbe) gab. Da scheint eine große Gruppe an Asylanten untergekommen zu sein. Fand ich als erfreuliche Farbtupfer, nur hoffentlich bekommen die keinen schlechten Eindruck von Deutschland.

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