Baby-Hacker-Spielchen bringt Behörden, Medien und Politiker zum Hyperventilieren

Wow – die Medien schreiben was von wegen großen „Hacker-Angriff“ auf Politiker und irgendwelche Halbpromis. Ganz große Katastrophe. Doch nachdem ich ein bisschen nachgelesen habe, was wirklich passiert ist – nichts als ein Sturm im Wasserglas mit der Wichtigkeit eines umgefallenen Sacks in China. Von den Medien als „Hacker“ hochgelobte bzw. masslos überwertete Personen haben Daten von einigen Leuten im Internet veröffentlicht. Wobei diese zwar wohl nicht für die Verbreitung im Internet gedacht waren, aber auch nicht wirklich geheim oder sensibel. Es ist sicher etwas unangenehm, wenn eine Telefonnr plötzlich im Internet auftaucht, aber die steht auch im Telefonbuch, solange man nicht widerspricht.

Soweit man das nachvollziehen kann, sind die Daten entweder harmlos, sowieso frei verfügbar oder zumindest immer schon einer geschlossenen Gruppe an anderen Leuten bekannt gewesen (etwa durch ihre Kontaklisten auf Facebook oder WhatsApp). Die von ein paar Leuten – vermutlich auf einfachste Weise – zusammengetragen und dann veröffentlichten Daten kann man wirklich nicht als „Hacking“ preisen. Wer in einer Bibliothek Buchseiten aus verschiedenen Büchern rausreist und die dann zusammenklebt, hat auch kein Buch geschrieben.

Problematisch ist höchstens, dass die politische Absicht wohl rechtsradikal war. Was zu dem diletantischen und wohl ziemlich unprofessionellen Vorgehen passen könnte. Aber dass die Medien und Politker durchmaßen auf den Knallfrosch anspringen, ist ein Armutszeugnis für deren Sachverstand.

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