Scrum, agile Methoden und ganz viel heiße Luft

Derzeit wird m.E. versucht, mit allen möglichen Tricks zum (angeblichen) Energiesparen Kunden Geld aus der Tasche zu ziehen. Ziemlich perfide, denn das hat für mich so etwas von wegen Veranlassen zum „Selbstmord aus Angst vor dem Tot“. Da werden etwa Geräte für viel Geld angepriesen, mit dem man angeblich Heizkosten sparen kann. Sogenannte Heizverstärker für Unterheizungen und Heizkörper sind so ein Trick, um teils für extrem viel Geld ein paar Ventilatoren unter einem angesagten Namen in Umlauf zu bringen. Dabei scheint es zwar sogar wirklich zu einer besseren Verteilung von heißer Luft und besserer Effizenz von Heizungen zu kommen, wenn man die warme Luft mit Ventilatoren ein bisschen im Zimmer verteilt. Nur statt 100 Eur oder mehr für ein hipp belabeltes Produkt tut es ebenso ein einfachster Ventilator für vielleicht 10 € – 20 €. Ich habe mir sogar gerade einen solchen bei eBay besorgt, der mit Akku läuft, damit von meinem Solarpanel geladen werden kann und überzähligen Solarstrom entgegennimmt sowie zudem als kleine Powerstation zum Laden von SmartPhone & Co dienen kann. Da ich von ein paar eBay-Versteigerungen noch Punkte über hatte, die vermutlich verfallen wären, habe ich mit Versand dafür 1,86 € bezahlt. Das kann man investieren, um mit dem Verteilen von heißer Luft eventuell etwas Heizkosten zu sparen.

Was mich zu agilen Methoden und Scrum führt. Obwohl ich die Schlagworte natürlich seit vielen Jahren kenne und ganz grob eine Vorstellung davon hatte, habe ich mich bisher nie genauer damit beschäftigt. Eben habe ich mir aber einen kleinen Kurs mit einer Übersicht reingezogen. Ich werde wohl wirklich alt, denn ich kam mir vor als wäre ich um 30 Jahre in die Vergangenheit katapuliert worden. Hoffentlich trete ich niemanden auf den Schlipps, aber diese ganzen Ausführungen zu agilen Methoden haben eine Arbeitsweise beschrieben, die wir bereits zu meiner Zeit als Programmierer bei einer Versicherung nahezu zu 100% durchgezogen haben. Nur wurde das nicht „agil“ genannt. Es war einfach Tagesgeschäft mit permanenter Abstimmung von uns Programmierern mit den jeweiligen Fachabteilungen. Und wenn etwas neu eingebaut war, wurde es sofort von der Fachabteilung begutachtet. Manchmal auf Zuruf in der gemeinsamen Mittagspause.

Wenn ich dann Scrum dazu sehe, wird m.E. diese für mich vollkommen natürliche Arbeitsweise nur mit ein paar hippen Denglish-Buzzwords (wie Sprint, Product Owner, Scrum Master, Impendiments etc.) umkleistert sowie mit ständigen Meetings der Arbeitsfluss unterbrochen. Sorry – das ist m.E. noch mehr heiße Luft als von Heizverstärkerm im Raum verteilt wird.

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